Zweimal jährlich veranstaltet die Volkshochschule Bern eine Ringvorlesung. Diesen Herbst sind die Kooperationspartner die Universität Bern und die Berner Fachhochschule. Das Thema dieser Herbst-Ringvorlesung ist „Nachhaltige Entwicklung“.

In Zusammenarbeit mit

Die Begriffe Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung sind allgegenwärtig. Kein Ort im Alltag, an dem sie einem nicht irgendwann begegnen. Zu Recht? Ist das Trend oder doch Notwendigkeit? Und was konkret bedeuten sie?

Mindestens die Wissenschaft ist sich weitgehend einig: unser Planet stösst an seine Belastungsgrenzen, sofortiges Handeln ist unbedingt notwendig; denn die jetzigen und die zukünftigen, sich schon deutlich abzeichnenden globalen Krisen sind für die Menschheit von existenzieller Bedeutung. Ohne tiefgreifende Transformation geht es nicht mehr, um nachhaltige Entwicklung in allen Lebensbereichen kommt die Menschheit folglich nicht herum.

Diese Ringvorlesung lädt dazu ein, über eine solche nachhaltige Entwicklung in unterschiedlichen Bereichen des globalen Lebens und der globalen Zukunft nachzudenken – über die Notwendigkeit, die Ziele, die Motivation, die sie antreibt, aber ebenso über die Herausforderung, diese Transformation von lokal bis global umzusetzen.

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Unsere Referentinnen und Referenten ordnen ein:

  • Was heisst nachhaltige Entwicklung im Allgemeinen? Was in Bezug auf Teilbereiche unseres globalen und lokalen Lebens heute und in Zukunft?
  • Welchen Stellenwert kann und muss nachhaltige Entwicklung global einnehmen, um eine erfolgreiche Transformation hin zu einem gesunden Planeten Erde zu erreichen? Welche Bedeutung kommen dabei den „sustainable development goals“ zu?
  • Wie können Umweltziele und Veränderungen, die global verhandelt werden, lokal umgesetzt werden? Wie lassen sich diese grossen Ziele im Kleinen verwirklichen?

Die Auseinandersetzung mit nachhaltiger Entwicklung und den Sachfragen, die sie hervorrufen, sind komplex und schwer durch- und überschaubar. Diese Ringvorlesung ordnet ein, zeigt auf und erklärt. Unsere Referentinnen und Referenten haben ausgewiesene Expertise auf ihrem Fachgebiet und nehmen Stellung zu ausgewählten Bereichen der nachhaltigen Entwicklung.

Die Abende können einzeln gebucht werden. Da sie lose aufeinander aufbauen, zahlt sich jedoch der Besuch der gesamten Reihe besonders aus.

An fünf Abenden sprechen wir über folgende Themen:

Am 18.10.2022:

Was ist nachhaltige Entwicklung? Begriffsgeschichtliche und ethische Überlegungen zu einem populären Ideal

Referent: Prof. Dr. Claus Beisbart, Universität Bern

Spätestens seit sich die UN-Vollversammlung auf die sog. „sustainable development goals“ geeinigt hat, ist die nachhaltige Entwicklung in aller Munde. Aber was bedeutet nachhaltige Entwicklung eigentlich? Der Vortrag antwortet auf diese Frage, indem er zunächst die Begriffsentwicklung nachzeichnet. Er geht dann auf wichtige ethische Fragen ein, welche durch die Idee der nachhaltigen Entwicklungen aufgeworfen werden: Welchen Status hat die nicht-menschliche Natur? Und wie gehen wir mit der Spannung um, die zwischen globalen Problemen und lokalen Lösungsansätzen besteht?

25.10.2022:

Die Beziehung zwischen Mensch und Natur neu gestalten

Referent: Prof. Dr. Peter Messerli, Universität Bern

Wir erleben heute zunehmend, dass die globalen Krisen, welche von der Wissenschaft vorausgesagt wurden, für die Menschheit von existentieller Bedeutung sind. Gleichzeitig verstehen wir zunehmend, wie eng diese Krisen etwa durch unsere Ernährungs-, Wirtschafts-, oder Energiesysteme miteinander verknüpft sind. Entsprechend werden sie nicht ohne eine Transformation der dysfunktionalen Beziehung zwischen Mensch und Natur zu bewerkstelligen sein. Dieser Vortrag beleuchtet die Frage, wie wir die zunehmende Kluft zwischen Wissen und Handeln überwinden können und welche Hebel für eine Transformation zu nachhaltiger Entwicklung konkret eingesetzt werden können.

01.11.2022:

Arbeit und Nachhaltigkeit: Globale und lokale Perspektiven auf das Arbeiten

Referentin: Prof. Dr. Susan Thieme, Universität Bern

Arbeit ist für viele Menschen ein zentraler Bestandteil ihres Lebens und wird dennoch wenig mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden. Anhand von laufender Forschung zum Gesundheitswesen verbindet der Vortrag die Schweizer mit einer globalen Perspektive und fragt kritisch: Was ist eigentlich Arbeit – unbezahlte und bezahlte? Wie ist Arbeit mit Fragen um Nachhaltigkeit verbunden? Welche Sichtweise vertreten Fachkräfte selbst?

08.11.2022:

Kreislaufwirtschaft: Die Zukunft der Schweiz ist zirkulär!

Referent: Prof. Dr. Tobias Stucki, Berner Fachhochschule BFH

Wieso wird nachhaltiges Handeln für die Wirtschaft zunehmend wichtiger? Was heisst Kreislaufwirtschaft, und welchen Beitrag kann eine Kreislaufwirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten? Wieso dürfte das Konzept der Kreislaufwirtschaft zukünftig insbesondere für die Schweiz von grosser Bedeutung sein, und wo steht die Schweiz bei dieser Transformation?

15.11.2022:

Gemeinsam den Wandel in eine nachhaltigere Zukunft gestalten

Referentin: Dr. Stephanie Moser, Universität Bern

Bei den Nachhaltigkeitszielen mit Bezug zum Schutz der natürlichen Ressourcen, namentlich des Klimas, steht die Schweiz wie alle Länder des Globalen Nordens stark in der Pflicht. Die Ziele werden sich nur erreichen lassen, wenn wir die Art und Weise, wie wir aktuell konsumieren und wirtschaften umgestalten. Aber wie kann ein solcher tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel gelingen? In diesem Vortrag wird beleuchtet, welche Wege verschiedenen Beteiligten offenstehen, um aktiv eine Transformation in eine nachhaltigere Zukunft mitzugestalten.

Die Rednerinnen und Redner kurz vorgestellt:

Prof. Dr. Claus Beisbart, Universität Bern

Claus Beisbart ist Professor für Wissenschaftsphilosophie am Institut für Philosophie der Universität Bern. Er gehört dort auch dem Oeschger Centre for Climate Change Research an. Er forscht zu computer-gestützten Methoden in den Wissenschaften, der gesellschaftlichen Bedeutung der Wissenschaft und zu Grundlagen der Ethik. Kürzlich hat er Poppers „Wissenschaft: Vermutungen und Widerlegungen“ in einer zweisprachigen Ausgabe neu herausgegeben und kommentiert (Stuttgart, Reclam 2022).

Prof. Dr. Peter Messerli, Universität Bern

Peter Messerli ist Professor für nachhaltige Entwicklung und Direktor der Wyss Academy for Nature an der Universität Bern. Als Landsystem-Forscher und Geograph liegen seine Forschungsinteressen in Mensch-Umwelt-Systemen Afrikas und Asiens und der konkreten Umsetzung nachhaltiger Entwicklung durch neue Forschungs- und Lösungsansätze wie etwa Reallabore.  Peter Messerli ist ebenfalls Co-Vorsitzender des Global Land Programme (GLP) von Future Earth und er hat zwischen 2016 und 2019 den Global Sustainable Development Report (GSDR) der UNO geleitet.

Prof. Dr. Susan Thieme, Universität Bern

Susan Thieme ist Professorin für Geographie und kritische Nachhaltigkeitsforschung an der Universität Bern. Sie forscht zu gesellschaftlicher Transformation und Nachhaltigkeit an den Schnittstellen von Migration, Im/mobilität, Arbeit und Bildung – derzeit am Beispiel des Gesundheitswesens. Als Co-leiterin des mLAB (https://mlab.unibe.ch/), interessiert sie sich für die Rolle von Sozialwissenschaften und Kunst in sozial-ökologischen Transformationsprozessen.

Prof. Dr. Tobias Stucki, Berner Fachhochschule BFH

Prof. Dr. Tobias Stucki ist Co-Leiter des Instituts Sustainable Business an der Berner Fachhochschule Wirtschaft und Co-Leiter vom neu entwickelten interdepartementalen Master Studiengang Circular Innovation and Sustainability. In seiner Forschung beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit Fragen zur Generierung und Verbreitung von neuen Umwelttechnologien und Kreislaufwirtschaft.

Dr. Stephanie Moser, Universität Bern

Stephanie Moser ist Mitglied der Geschäftsleitung des Centre for Development and Environment der Universität Bern, sowie Co-Leiterin des Bereichs «Just Economies and Human Well-Being». Sie forscht zu nachhaltigen Konsum- und Lebensstilen, sowie der Frage, wie eine gesellschaftliche Transformation gefördert, gestaltet und wissenschaftlich begleitet werden kann.

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